Blasenentzündung – Die besten Mittel gegen Blasenentzündung

Die besten Tipps zur Vorbeugung einer Blasenentzündung wenn es einen erwischt hat.

Die Freibäder haben wieder geöffnet, wir genießen die lauen Abende auf der Terrasse, ein wolkenloser Himmel bietet Gelegenheit, die neue, leichte Garderobe vorzuführen. Doch dann ist es etwas kühler als erwartet, und ein typisches Sommerleiden vertreibt alle guten Gefühle: Heftiger und häufiger Harndrang zwingt einen ständig auf die Toilette zu gehen, der Urin kommt nur tröpfchenweise, und es brennt höllisch. In schweren Fällen färbt sich der Urin sogar blutig.
Bei vielen Frauen reicht schon eine leichte Unterkühlung, und die Blase entzündet sich. Kälte schwächt die Abwehrkräfte. Keime, die durch die Harnröhre in die Blase gelangen, können sich unter diesen „guten“ Bedingungen rasch vermehren.
So gibt es kaum eine Frau, die nicht schon einmal von diesem Leiden heimgesucht wurde – Männer trifft es erheblich seltener. Der Grund liegt in der weiblichen Anatomie: „Über die relativ kurze Harnröhre können Keime leichter in die Blase aufsteigenals bei einem Mann“,  durch die enge Nachbarschaft von After, Scheide und Harnröhre ist diese Region auch entsprechend mit Bakterien besiedelt.“ In 80 bis 90 Prozent ist der Darmkeim Escherichia coli Auslöser einer Zystitis.
„Es gibt zwei Altersgipfel für die Erkrankung“. Zum einen trifft es junge Frauen zu Beginn ihrer sexuellen Aktivität öfter, weil beim Sex Keime regelrecht in die Harnröhre einmassiert werden können. Zum anderen erkranken Frauen nach den Wechseljahren häufiger. Mit dem Rückgang der Östrogenbildung nehmen Durchblutung und Dicke der Scheiden und Harnröhrenschleimhaut ab – und damit lässt auch deren Schutzfunktion nach.

Bewährte Kurztherapie

Meistens treiben die quälenden Beschwerden einer akuten Harnwegsinfektion Betroffene sehr schnell zum Arzt. Er kann mit einem Urintest prüfen, ob eine bakterielle Infektion vorliegt, und dann ein Antibiotikum verordnen. Bei einer einfachen Blasenentzündung dauert die Therapie normalerweise drei Tage und lässt die Beschwerden rasch verschwinden.
Für manche Frau ist das Leiden damit allerdings nicht ausgestanden. Möglicherweise klingen die Symptome nicht vollständig ab oder kommen innerhalb kurzer Zeit wieder. Dann sollte der Arzt die Therapie überprüfen und die Anwendung verlängern oder ein anderes Antibiotikum wählen. Wurde vor der ersten Antibiotikagabe eine Urinkultur angelegt, lassen sich der Erreger und mögliche Resistenzen gegen Antibiotika genau feststellen. „Manchmal muss man Antibiotika für vier Wochen oder länger verordnen, um Rückfälle zu vermeiden“. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass der Erreger in einer Kultur nachgewiesen wurde.

Wiederkehrende Infekte

Circa fünf bis zehn Prozent der Frauen leiden unter häufigen Blasenentzündungen. Ärzte sprechen von „rezidivierenden“ Harnwegsinfekten, wenn die Beschwerden öfter als dreimal im Jahr vorkommen. „Tauchen Infektionen in sehr kurzen Intervallen immer wieder auf, muss der Arzt die Diagnostik erweitern“.
Mit einer Ultraschalluntersuchung kann er feststellen, ob die Blase vollständig entleert wird — Restharn ist ein idealer Nährboden für Keime. Die Blase entleert sich beispielsweise schlechter, wenn sich im Alter Gebärmutter, Scheide oder Blase absenken. Auch frühere Unterleibs oder Enddarmoperationen wird der Urologe als Auslöser wiederkehrender Beschwerden in Betracht ziehen. Eine Komplikation ist der sogenannte Reflux, bei dem Harn aus der Blase in die Niere zurückfließt.
Möglicherweise sind für die Beschwerden auch sexuell übertragbare Erreger wie Chlamydien, Mykoplasmen oder Ureaplasmen verantwortlich. Sie können eine Harnröhrenentzündung mit häufigem Harndrang und Brennen beim Wasserlassen hervorrufen. Um sie nachzuweisen, muss der Arzt spezielle Tests durchführen. Die Erreger sprechen auf eine Antibiotika-Therapie an. Wichtig ist, dass der Partner mitbehandelt wird.
„Es gibt wohl auch eine Veranlagung für häufigere Blasenentzündungen“. Doch die Anfälligkeit lässt sich mindern, wenn die nachstehenden Tipps beherzigt werden.

Die besten Tipps zur Vorbeugung

  • Ausreichend und viel trinken. Die Spülwirkung verhindert, dass der Urin — in ihm können sich Keime und Bakterien ausgezeichnet vermehren — zu lange in der Blase bleibt. Gut geeignet sind neben Wasser, Kräuter und Früchtetees auch Säfte von Zitrusfrüchten oder anderen Vitamin C Lieferanten. Das Vitamin säuert den Harn an, viele typische Blasenkeime vermehren sich in einem solchen Milieu schlecht. Auch ein Präparat mit der Aminosäure Methionin hat diesen Effekt und eignet sich zur Langzeitbehandlung.
  • Beerenkraft nutzen. Täglich zwei Gläser Cranberry Saft — in mindestens 25 prozentiger Konzentration — entfalten eine zusätzliche Schutzwirkung: Die Beeren enthalten reichlich Proanthocyanidine. Diese Inhaltsstoffe hindern Colibakterien daran, sich an die Schleimhautzellen der Blasenwand zu heften. Damit stören die Substanzen die Ansiedlung und Verbreitung der Keime. In der Apotheke gibt es auch Kapseln mit Granberry-Extrakt.
  • Auf verschiedene Heilpflanzen vertrauen. Machen sich frühe Anzeichen einer Blasenentzündung bemerkbar, etwa ein leichtes Ziehen im Unterbauch oder verstärkter Harndrang, können spezielle Blasentees die Spülwirkung verstärken. Sie regen die Wasserausscheidung an, können die verkrampfte Muskulatur der Blasenwand entspannen und Entzündungen hemmen.
  • Sich vor Kälte schützen. Wechseln Sie den nassen Badeanzug oder Badehose nach dem Schwimmen sofort. Halten Sie auch im Sommer Füße und Unterleib warm, und meiden Sie kalte Sitzgelegenheiten. Kälte mindert die Abwehrkräfte der Blasenschleimhaut. „Nicht jede Frau reagiert gleich empfindlich auf Kälte.“
  • Richtige Toilettenhygiene. Nach dem Stuhlgang von vorn nach hinten Richtung After abwischen, damit die Keime aus der Analregion nicht verschleppt werden.
  • Keine übertriebene Intimpflege. „Das natürliche Scheidenmilieu mit einem sauren pH-Wert ist der beste Infektionsschutz“. „Die Milchsäurebakterien in der Scheide vermögen Darmbakterien und Pilze abzuwehren.“ Parfümierte Seifen oder Intimsprays können diesen natürlichen Schutzschild zerstören. Im Allgemeinen reicht klares Wasser zum Reinigen des Intimbereichs. Waschlotionen sollten auf den niedrigen pH-Wert abgestimmt sein und möglichst wenige Zusatzstoffe enthalten. Verzichten Sie auf einen Waschlappen (darauf halten sich Keime besonders gut), oder benutzen Sie täglich einen frischen.
  • Vaginalflora stärken. Frauen, die zu Blasen- und Scheidenentzündungen neigen, können gelegentlich milchsäurehaltige Vaginalzäpfchen verwenden, damit sich die Milchsäurebakterien gut vermehren. „Frauen nach den Wechseljahren helfen oft östriolhaltige Vaginalzäpfchen oder Salben. Sie können sie im Wechsel mit einem Milchsäurepräparat anwenden“. Östriol ist ein Östrogen, das überwiegend örtlich auf der Schleimhaut wirkt und nach derzeitigem Kenntnisstand nicht die Nebenwirkungen einer klassischen Hormontherapie hat. Meist reicht eine Anwendung ein bis zweimal in der Woche. Daneben gibt es hormonfreie Präparate zur Befeuchtung der Schleimhäute, zum Beispiel mit Hyaluronsäure. Auch junge Frauen, die mit der Pille verhüten, können eine trockene Scheide bekommen und anfälliger für Infektionen werden. Dann empfiehlt sich ein Präparatewechsel oder der Umstieg auf andere Verhütungsmethoden. Vor allem bei einer schwachen Blutung können Tampons die Schleimhäute austrocknen. „Wir raten dann zu Binden oder empfehlen, Östriolsalbe auf den Tampon aufzutragen“.
  • Impfschutz für die Blase. Manchen Patientinnen kann eine Impfung mit abgetöteten Darmkeimen helfen. Infektionen treten dadurch seltener auf.
  • Baumwolle statt Synthetik. Wäsche aus Kunstfaser erzeugt ein feuchtwarmes Klima, in dem sich schädliche Keime und Pilze vermehren können. Aus dem gleichen Grund sollten Sie nicht regelmäßig Slipeinlagen tragen, vor allem keine luftundurchlässigen. Baumwollslips nehmen Körperfeuchtigkeit gut auf und sind bei 60 Grad waschbar. Täglich wechseln!
  • Nach dem Sex auf die Toilette gehen. Bakterien, die in die Harnröhre gelangt sind, werden ausgespült. Männer können durch Intimhygiene ihre Partnerin vor Infektionen schützen: Vorhaut und Eichel täglich bei zurückgezogener Vorhaut mit Wasser und milder Seife oder Syndet reinigen. Auch Kondome bieten Schutz.
  • Sich bewegen. Sport und Bewegung fördern die Durchblutung und damit die natürlichen Abwehrkräfte.
  • Wärme wirkt krampflösend und fördert die Durchblutung

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Ein Kommentar

  1. Pflanzenschutz für die Blase
    Bei den ersten Anzeichen einer Entzündung bringen Zubereitungen aus Heilpflanzen Erleichterung. Tees können die ärztliche Therapie unterstützen.
    Birkenblätter, Löwenzahn, Brennnessel, Goldrute, Schachtelhalm und Orthosiphonblätter wirken harntreibend und teilweise krampflösend. Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel haben einen keimhemmenden und desinfizierenden Effekt, ebenso Bärentraubenblätter. Diese sollten jedoch nicht ohne ärztlichen Rat über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Außerdem ist zu beachten, dass Arzneimittel, die den Urin ansäuern, die Wirkung von Bärentraubenblättern abschwächen.

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