Europa ist allergisch!

Die globale Erwärmung führt zu neuen und aggressiveren Allergien
Im Jahr 2015 könnte fast jedes zweite Kind in Europa an Allergien leiden. Bereits jetzt quälen sich über 80 Millionen Europäer und jeder dritte Deutsche mit allergischen Reaktionen auf die unterschiedlichsten Auslöser. Ob jemand an einer Allergie erkrankt, liegt zum einen an seiner persönlichen Veranlagung, zum anderen begünstigt unsere moderne Lebensweise die Verbreitung von Allergien. Zusätzlich führt die Erderwärmung zu einer verlängerten Pollenzeit. Hatten Heuschnupfengeplagte früher zumindest einige Monate im Jahr Ruhe, so beginnen die Pollen der ersten Frühblüher bereits im Dezember, Nasen, Augen und Bronchien zu reizen. „Wir haben früher auftretende Pollen, die länger in der Luft bleiben und deren Intensität extrem zugenommen hat. Hinzu kommt die schädliche Zusatzwirkung des erhöhten CO2-Gehaltes unserer Atemluft“, erörtert Professor Dr. Ralph Mösges, Allergologe aus Köln. Die Hauptaufgabe moderner Allergologie ist dementsprechend klar: Es gilt, sich auf zunehmende Zahlen an Betroffenen einzurichten, sie über die Gefahren von unbehandelten Allergien aufzuklären und sie mit modernen, nebenwirkungsarmen Antihistaminika, z.B. mit dem Wirkstoff Levocetirizin zu behandeln, um zu verhindern, dass eine Allergie sich verschlimmert oder sogar chronisch wird. Werden allergischer Schnupfen und weitere Beschwerden der oberen Atemwege nicht rechtzeitig behandelt, besteht die Gefahr einer Chronifizierung und eines so genannten Etagenwechsels. Die Allergie geht von den oberen Atemwegen in die Bronchien über. Damit es nicht soweit kommt, sollte schon bei den ersten Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden.

Nicht nur Birke, Haselnuss & Co.

Waren früher klassische Pollen von Frühblühern die häufigsten Allergieauslöser, so gibt es inzwischen weit exotischere Verursacher: Erst neuerdings in Europa beheimatete Pflanzen wie das hoch aggressive, aus Nordamerika eingeschleppte Traubenkraut (Ambrosia) geraten zu einer Plage. Es blüht von Mitte Juli bis Mitte Oktober und löst Atemnot und Asthma aus. Ein neues Problemfeld sind auch Gewürze und Gewürzmischungen, deren Inhaltsstoffe meistens nicht im Einzelnen aufgelistet sind. Aber auch heimische Pollen sind kaum wiederzuerkennen. Sie fliegen früher, blühen länger und werden aggressiver. Dies liegt zunächst an ihrem veränderten zeitlichen Auftreten, zum anderen daran, dass sich dank der anhaltenden Luftverschmutzung auch ihre Wirkweise verändert: Je belasteter die Luft, desto mehr allergische Erkrankungen gibt es. Die verschmutzte Luft reizt die Atemwege und sorgt zusätzlich dafür, dass die Allergene noch aggressiver werden.

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