Frühlingsfit durch die Fastenkur

Den Körper gezielt durch eine Fastenkur entgiften

Gesünder leben und fit werden – ein Gedanke, den viele Menschen im Frühling hegen. Die ersten warmen Tage verlocken zu körperlicher Aktivität im Freien, der Blick auf die Waage tut ein Übriges. Auch wer nicht aus religiösen Gründen eine Zeit lang auf bestimmte Genüsse verzichten will, überlegt sich vielleicht, einige Fastentage einzulegen.

„Sinnvoll zum Abnehmen ist das nur, wenn man gleichzeitig sein Ernährungsverhalten überdenkt und korrigiert“. Dem Fasten sollte eine dauerhaft durchhaltbare, veränderte Ernährungsweise folgen.
Ernährungsexperten empfiehlen außerdem, den Zeitpunkt zum Fasten gut zu wählen: Es sollte ein Moment sein, in dem keine Termine oder Hektik anstehen. „Man muss Zeit für sich selbst haben, auch Zeit zur Körperpflege.“ Zur Ruhe kommen zu können sei ganz entscheidend. Fasteneinsteiger sollten mit ihrem Arzt sprechen und entweder eine Fastengruppe suchen oder sich von einem Fasten-Coach begleiten lassen. „Rein vom Körper her ist es egal, zu welcher Jahreszeit man fastet“. Angenehmer ist es allerdings, wenn es wärmer ist – so um die 20 Grad -, denn beim Fasten wird der Stoffwechsel herunter gefahren.“ Aus ärztlicher Sicht stehe dabei nicht die Gewichtsreduktion an erster Stelle, sondern die körperliche Reinigung – von Ärzten auch als „Entschlacken“ bezeichnet.
Zur Vorbereitung gehört eine Umstellungsphase: Der Körper soll von der herkömmlichen Ernährung entlastet werden. Obst, gedünstetes Gemüse, Rohkost und Reis stehen auf dem Speiseplan. Am ersten richtigen Fastentag folgt dann eine Darmentleerung – meist mittels eines Einlaufs. Anschließend heißt es: Trinken, trinken, trinken… mindestens drei Liter täglich, damit der Urin flüssig genug bleibt. Gemüsebrühe sichert die nötige Salzzufuhr, Wasser hilft gegen Hungergefühle, Kräutertees runden das Programm ab.
Empfehlenswert ist das Heilfasten aber nur für gesunde und psychisch stabile Menschen. Untergewichtige, schwangere und stillende Frauen, Kinder und akut Erkrankte dürfen nicht auf Nahrung verzichten. Auch Depressive sollten sich nur nach gründlicher ärztlicher Beratung und mit guter Begleitung daran machen.

Teilfasten, also der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel, eignet sich dagegen für manche chronisch Kranken. „Es kann zum Beispiel Rheuma positiv beeinflussen und Entzündungen lindern“, dabei werde alles weggelassen, was den Körper übersäuert – wie Arachidonsäure, die zum Beispiel in tierischen Produkten enthalten ist. „An Obst und Gemüse darf man sich satt essen.“ Ein weiterer Vorteil: Der Teilfastende sei von Anfang an wacher und fitter als ein Heilfaster. Denn Heilfasten bedeute Stress für den Körper, mit dem nicht jeder gut zurecht kommt.

Schwindel, Müdigkeit und Abgeschlagenheit können auftreten

Zunächst greift der Stoffwechsel auf schnell verfügbare Kohlenhydrate Reserven im Körper zurück und wandelt sie um, um den Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten. Nach 24 Stunden seien diese Speicher geleert, der Blutzuckerspiegel sinkt. Dadurch wird im Körper gebundenes Wasser und Natrium ausgeschieden, der Blutdruck sinkt. Nebenwirkungen können Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Schwindel sein. Als nächstes wird Körpereiweiß für die Blutzuckerproduktion herangezogen. Erst dann stellt der Körper auf seine Fettspeicher um – mit der Folge, dass das Gewicht allmählich sinkt. Dass im Körper etwas passiert, macht sich auch an einem veränderten Körper und Mundgeruch bemerkbar. Daher ist die Körperpflege mit Saunagängen, Massagen und Duschen ein wichtiger Bestandteil.

Für Eilige ist Fasten nichts. Der Körper braucht mindestens 48 Stunden, um den Stoffwechsel umzustellen. Nach zwei, drei Tagen ist man erst so richtig drin. Außerdem muss die Fastenphase richtig beendet werden: Ein Drittel der gesamten Zeit sollte man für den Aufbau nach dem Verzicht rechnen, um sich langsam wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.

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