Herzinfarkt

Der neue Feind der Frauen – Bis vor kurzem galt Herzinfarkt eher als Männersache. Doch er trifft immer mehr Frauen, auch wenn das die wenigsten von ihnen wahrhaben möchten
Einen Herzinfarkt bekommen doch nur Männer. Das glauben jedenfalls die meisten Frauen. Die Realität sieht aber anders aus. Die Zahl der weiblichen Betroffenen nimmt zu. Heute schon sterben mehr Frauen als Männer an den Folgen eines Herzinfarktes. Jede zweite Frau in Deutschland erliegt einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Dazu gehören neben dem Infarkt auch Herzschwäche und Schlaganfall. Frauen sind von der Krankheit allerdings in der Regel erst im höheren Alter betroffen. Beim ersten Herzinfarkt sind sie durchschnittlich siebzig, Männer dagegen sechzig Jahre alt. Gleichzeitig deuten aktuelle Zahlen auf eine neue Entwicklung hin: „Während Herzinfarkte bei Männern zurückgehen, steigt offenbar das Risiko bei Frauen im mittleren Alter“, warnt Dr. Waltraud Pfarrer von der DAK.
Frauen haben andere Symptome
Die Auslöser für einen Infarkt sind bei beiden Geschlechtern gleich. Bei Frauen werden allerdings oft vollkommen andere Symptome beobachtet. So äußert sich der Herzinfarkt bei Frauen seltener durch typische Schmerzen oder Enge in der Brust. wie das bei Männern in der Regel der Fall ist. Frauen leiden stattdessen an Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch und zwischen den Schulterblättern. Auch Kurzatmigkeit, Schwäche und ungewöhnliche Müdigkeit können auftreten. Auch Ärzte wissen häufig zu wenig über die Anzeichen eines akuten Herzinfarktes bei Frauen. „Fehldiagnosen führen dazu, dass Frauen bei einem Herzinfarkt später als Männer ins Krankenhaus kommen und deshalb wichtige Therapien seltener oder erst zu einem späteren Zeitpunkt erhalten“, erklärt Dr. Pfarrer.
Frauen haben ein eigenes Risikoprofil
Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterin-werte sind zentrale Risikofaktoren für einen Herzinfarkt – bei Männern und Frauen. Die einzelnen Faktoren belasten den weiblichen und den männlichen Organismus jedoch unterschiedlich stark. So ist das Infarktrisiko bei Frauen mit Diabetes bis zu sechs Mal so hoch wie bei Gesunden. Bei Männern ist es nur vier Mal so hoch. Eine wichtige Rolle spielt auch die seelische Gesundheit. Psychische Probleme und dauerhafter Stress belasten Frauen häufig stärker als Männer. Hinzu kommt bei vielen die Doppelbelastung durch Beruf und Familie. Durch einen gesunden Lebensstil können Frauen sich aktiv schützen. Dazu gehört eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse und fettarmen Fleisch- und Wurstwaren. Bewegung und Sport helfen, Gewicht und Blutdruck zu reduzieren und Stress abzubauen.

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