Schnarchen – Endlich Ruhe im Bett

Warum man etwas gegen das Schnarchen tun sollte

Im Tiefschlaf schüttet der Körper Wachstumshormone aus, die den Körper jung halten. Sie reparieren Zellen, straffen die Haut und stärken das Immunsystem. Was aber, wenn der Schlaf durch Schnarchen zu Schlafstörungen führt und damit zur Qual wird? Oder der Partner über die Sägewerk-Geräusche klagt?

Die gute Nachricht zuerst: Schnarchen muss nicht gefährlich sein. Für den Partner und die eigene Nachtruhe kann es jedoch sehr störend sein. Denn: „Schlafmedizinische Studien konnten zeigen, dass beide in Abhängigkeit von der Dauer der nächtlichen Geräuschbelästigung einen mehr oder minder gestörten Schlaf mit morgendlichen Kopfschmerzen und Tagesmüdigkeit haben“, sagt Dr. Torsten Blum, Oberarzt der Lungenklinik Heckeshorn am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin.

Fehlender Schlaf

Während Frauen ihren schnarchenden Partner oft erdulden, setzen Männer den Schnarchgeräuschen der Partnerin durch ein Anstoßen ein vorübergehendes Ende. „Letztendlich stellt das Schnarchen häufig eine enorme Belastung für die Nachtruhe und die Partnerschaft dar“, sagt Dr. Blum, der das Schlaflabor leitet. Für den Schnarcher wie den Partner gilt also: Wirklich erholsam ist der Schlaf nicht. Oft ist der Schlaf so unruhig, dass die Tief- und Traumschlafphasen, die wichtige Regenerationsphasen für den Körper sind, unterbrochen werden. Experten schätzen, dass den sogenannten „Passivschnarchern“ durch die Lärmbelästigung bis zu zwei Stunden Schlaf pro Nacht fehlen.

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom

Gefährlich wird es für den Schnarcher, wenn der Atemfluss während des Schlafens für mehrere Sekunden aussetzt. Treten die Atemaussetzer, sogenannte Apnoen, gehäuft — also mehr als fünf Mal pro Stunde Schlaf — auf und halten länger als zehn Sekunden an, spricht man von einem Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS).

Warnsymptome für ein krankhaftes Schnarchen sind nächtliches Erwachen mit Luftnotattacken, Atemaussetzer im Schlaf, Mundtrockenheit oder Kopfschmerzen nach dem Aufwachen. „Der Körper ist im Rahmen eines SAS einer hohen Belastung ausgesetzt“, erklärt Dr. Blum. „Durch die Atemaussetzer während des Schlafes sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Wird es kritisch, reagiert der Organismus mit kurzen Weckreaktionen in Verbindung mit Ausschüttung von Stresshormonen.“ Dadurch sind die Betroffenen vorm Ersticken geschützt, der Schlaf wird jedoch nicht mehr als erholsam empfunden.

Die Folgen des Schlaf-Apnoe-Syndroms sind Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen aber auch Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, erhöhte Blutzucker- oder Blutfettwerte bis hin zu einem deutlich erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. „In allen Fällen sollte bei Schnarchern eine kompetente schlafmedizinische Abklärung erfolgen, damit es gar nicht erst zu ernsten Folgekrankheiten kommt.“

Mit einer entsprechenden Behandlung — in der Regel eine nächtliche Überdrucktherapie über eine Nasenmaske — gehört das SAS rasch der Vergangenheit an. Nicht nur die eigene Lebensqualität steigt dann wieder, auch der Partner wird wieder besser durchschlafen können und tagsüber ausgeruhter sein.

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Ein Kommentar

  1. Mit Interesse habe ich gestern diesen Artikel gelesen! Toller Beitrag! Werde auf jedem Fall häufiger vorbei schauen.

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