Induktionskochfelder – Schneller kochen mit weniger Strom

Schneller kochen mit weniger Strom – Welche Vorteile Induktionskochfelder den Verbrauchern bieten

Die surrenden, vibrierenden, manchmal knackenden Kochtöpfe sind nicht Jedermanns Sache. Gleichwohl biete ein Herd mit Induktionskochfeldern handfeste Vorteile, sagt Brigitte Kluth-Kosnik, Expertin für Haushaltsgeräte bei der Stiftung Warentest in Berlin: „Die Hersteller werben mit geringerem Stromverbrauch, und das stimmt auch.“

Die Energie-Einsparungen fielen bei manchen Induktionsmodellen allerdings geringer aus als erhofft. Ursache sei ein bei einigen Geräten deutlich höherer Standby-Verbrauch. Außerdem müssen Küchenbesitzer, die auf Induktion umsteigen, in das eine oder andere neue Kochgeschirr investieren, denn es können nur magnetisierbare Töpfe und Pfannen eingesetzt werden. „Die erkennt man im Handel an einem Zeichen mit Magnetspule“, sagt Kluth-Kosnik.
Durch die elektromagnetische Heiztechnik entsteht auch das permanente Surrgeräusch, das je nach Kochtopf und Füllung stärker oder schwächer zu vernehmen ist.

„Beim Induktionskochen bildet sich die Hitze direkt im Geschirrboden“, erklärt die Fachfrau. Durch flache Kupferspulen unter der Glaskeramik fließt Wechselstrom mit etwa 20 bis 60 Kilohertz und erzeugt ein elektromagnetisches Wechselfeld. Der Kochtopfboden nimmt es auf, wandelt es in Wärme um und erhitzt seinen Inhalt. Dabei entstehen feine Vibrationen, die das Geräusch erzeugen.

Geringere Garzeit

Nimmt man den Topf von der Kochzone, so verschwindet das Magnetfeld und der Strom schaltet ab. „Die Topferkennung ist beim Induktionskochfeld also inklusive“, sagt Kluth-Kosnik: „Und weil die Hitze im Geschirr entsteht, bleibt die Glaskeramik vergleichsweise kühl. Besonders für Haushalte mit Kindern ist das ein weiterer Vorteil und auch das mühsame Putzen eingebrannter Speisereste entfällt.“

Kunden wissen besonders die schnelleren Kochzeiten der Induktionsfelder zu schätzen. So ergab die Versuchsreihe der Stiftung Warentest, dass diese Kochfelder bei allen Testgerichten im Normalbetrieb rund ein Viertel weniger Garzeit benötigten als die konventionellen strahlungsbeheizten Felder, die ihre Eigenhitze durch die Glaskeramik hindurch an den Topf abgeben.

Gesundheitlich okay

Noch schneller geht es bei Betätigung der sogenannten „Booster-Funktion“, über die fast jedes Induktionssystem verfügt. „Der Booster steigert die Leistung einer einzelnen Kochzone, indem er sie von anderen Kochfeldern abzieht“, erklärt die Fachfrau: „Eineinhalb Liter Wasser kommen damit in drei bis viereinhalb Minuten auf 90 Grad.“ Bei normaler Einstellung dauert es bei gleichem Stromverbrauch etwa eineinhalb Minuten länger. Dagegen benötigen strahlungsbeheizte Felder für die gleiche Menge Wasser etwa neun Minuten.

Die gute Nachricht: Gesundheitliche Vorbehalte gegen die Induktionstechnik konnten die Prüfer der Stiftung Warentest nicht bestätigen. „Wenn der Topf richtig auf der Fläche steht, halten sich die magnetischen Streufelder in harmlosen Grenzen“, sagt Brigitte Kluth-Kosnik. Die getesteten Geräte reizen den EU-Grenzwert gerade mal bis zu 16 Prozent aus und liegen damit deutlich im grünen Bereich.

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